Ev. luth. St. Martinskirchengemeinden | Adenstedter Str. 4 | 31185 Hoheneggelsen | Tel: (05129) 359

Kirche zu Feldbergen

Kirche zu Feldbergen

An der Bundesstr. 18

31185 Feldbergen


Koordinaten

52°11'58.1"N 10°08'44.1"E


Gottesdienstzeit

9:00 Uhr

Wir befinden uns am Westrand eines langgestreckten Jurakalkrückens des 111,5m hohen Messeberges, auf dem sich auch das Ehrenmal des Dorfes und die alte Flugmeldedienststelle der Luftwaffe befindet. Feldbergen liegt an der mittelalterlichen Heer- und Handelsstraße, der heutigen Bundesstraße 1 und gehört zu den ältesten Siedlungen des Hildesheimer Landes.

Urkundlich erwähnt wird der Name des Ortes erstmalig 1213. Damals gab es einen Stammhof des Rittergeschlechts derer von Veltbergen. Diesem entstammte der Hildesheimer Domherr Konradus de Veltberge, den jene Urkunde nennt. Innerhalb des Domkapitels hatte er als Vorsteher und Leiter (Scholastikus) der Domschule einen hohen geistlichen Rang erlangt. Leider ist die Lage seines Stammhofes in Feldbergen (und wer ihn später erworben hat) nicht mehr bekannt.

Die Anfänge des Christentums liegen im Dunkeln, aber es ist zu vermuten, dass Feldbergen – wie die umliegenden Orte – auf Anweisung eines Hildesheimer Bischofs (vielleicht von Nettlingen aus) missioniert worden. Der Bischof ließ überall im Lande auf dem Gebiet der hier ansässigen germanischen Cherusker Taufkapellen errichten und diese von Mönchen versorgen.

Sicher lässt sich aus der Kirchengeschichte unseres Dorfes ablesen, dass die Kirchenvisitation des Schmalkaldischen Bundes (seit 1531 Schutzbündnis der protestantischen Fürsten und Städte gegen Kaiser und Papst) im Jahre 1542 auch Feldbergen die Einführung der Reformation brachte. Die Pfarre wurde zunächst dem Hoheneggelsener Pastor Heinrich Wartkenstedt übertragen, bevor dann 1545 Johannes Bödecker (vorher Franziskanermönch in Hildesheim und Kaplan in Garbolzum) Feldbergens erster evangelischer Pastor wurde. Bis zu seinem Tode 1572 war er hier tätig.

Durch den historischen Laubengang (1883 angelegt) gelangt man zur Eingangstür unserer Dorfkirche. Sie ist aus Bruchsteinen errichtet und war ursprünglich eine einschiffige romanische Kapelle mit dem starken Wehrturm an der Westseite. Die rundbogigen Schalllöcher des Turmes sind in ihrer romanischen Form erhalten geblieben und deuten auf das 12. Jahrhundert als Entstehungszeit hin.

Mit dem Anwachsen der Gemeinde musste die Kirche vergrößert werden. Kurz vor der Reformation entstand der Altarraum aus Steinen aus dem Steinbruch des am Dorfrand liegenden Messeberges. Ende des 19. Jahrhunderts kam der Bau der Seitenschiffe dazu, so dass der Grundriss der Kirche seither eine Kreuzform darstellt. In der Ostwand hinter dem Altar ist noch das alte dreiteilige Fenster aus gotischer Zeit erhalten. Die übrigen Fenster der Kirche wurden in späterer Zeit spitzbogig erneuert.

1985 ist die Kirche zuletzt gründlich renoviert worden. Die damals graue Holzlackierung von Empore, Orgel, Kanzel, Taufbecken und Bänken wurde mit 7 (!) Zentnern Beize entfernt und der natürliche Zustand wiederhergestellt. Die Ornamente und Verzierungen, die an der Empore zum Vorschein kamen, wurden in sehr dezenten Farben bemalt.

An bedeutenden Altertümern fällt der eindrucksvolle Barockaltar aus dem Jahre 1714 auf, den Jobst Heinrich Lessen aus Goslar angefertigt hat, und der 1987/88 restauriert wurde. Die vier dreiseitig geformten Leuchter stammen aus dem Jahr 1717. Links neben dem Altar liegt unter einer Gussplatte einer der ersten Feldberger Prediger (1594-1664) begraben.

Die Orgel stand ursprünglich an der linken Seite des Altarraumes. Da dieser Platz aber zu feucht war, wurde 1889 mit der Erweiterung der Kirche die Empore an der Westseite errichtet. Im Jahre 1898 fand eine neue Orgel hier ihren Platz. Sie ist 1996 gründlich renoviert worden.


Die älteste Glocke von 1416 ist während des 30-jährigen Krieges über 20 Jahre lang hinter dem Turm vergraben gewesen, um die Wirren der Zeit zu überstehen. Anfang des 19. Jahrhunderts musste sie umgegossen werden, nachdem sie einen Sprung erhalten hatte. Dadurch verlor sie an historischem Wert und musste im letzten Weltkrieg zu Kriegszwecken abgeliefert werden. Es blieb nur die 1663 gegossene, kleinere Glocke erhalten. 1948 allerdings stifteten zwei Feldberger Landwirtsfamilien zum Gedenken an ihre gefallenen Söhne eine Kriegsgedächtnisglocke. Ihr erstes Geläut erklang am Volkstrauertag des selben Jahres.


Für den im Jahre 1889 von Landwirt Heinrich Busse gestifteten und im Jahre 1943 vernichteten Kronleuchter erneuerte dessen Enkel Emil Busse und Frau Meta, geb. Peters im Jahre 1950 die Schenkung: sie stifteten den Kronleuchter im Hauptschiff und einen kleineren für eins der Seitenschiffe, dazu die Beleuchtung der Predella (Darstellung vom letzten Abendmahl Jesu) am Altar. Den Leuchter für das zweite Seitenschiff stiftete der damalige Kirchenvorstand.

Die schmiedeeiserne Arbeit an der Außenleuchte der Kirche fertigte der Kunstschmied Otto Ohlendorf sen. an, ebenso den Osterleuchter und das eiserne Kreuz, das sich im Vorraum der Kirche oberhalb des Gedächtnisbuches für die gefallenen Soldaten des Zweiten Weltkrieges befindet.

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