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Matthiaskirche zu Hoheneggelsen

Matthiaskirche Hoheneggelsen

An der Matthiaskirche 20

31185 Hoheneggelsen


Koordinaten

52°12'29.8"N 10°11'10.2"E


Gottesdienstzeit

10:00 Uhr Dez-März

Dass Hoheneggelsen zwei Kirchen besitzt, geht zurück auf die ersten Siedlungsstellen des Dorfes an den beiden Wasserstellen/Quellen im Winkel (Oberdorf) und im Weidhof (Unterdorf).



Noch heute tobt ein sanfter Streit in Hoheneggelsen, welches die schönere Kirche sei, was – je nach Wohnsitz im Ober- oder Unterdorf – natürlich unterschiedlich beurteilt wird.


Die Matthiaskirche (im Volksmund „kleine Kirche“) ist der ganze Stolz des Unterdorfes. Der rechteckige Bruchsteinbau ist in romanischer Zeit vor über 700 Jahren entstanden (erste urkundliche Erwähnung 1235) und dem Apostel Matthias gewidmet (dem „Ersatzmann“ für Judas im Zwölferkreis der Jünger Jesu). Es handelt sich um eine der schönsten Bauernkirchen Norddeutschlands.

Die bemalte Balkendecke ist im ursprünglichen Zustand erhalten geblieben, ebenso einige Fragmente der Originalmalerei, die bei den Restaurierungsarbeiten 1953 und 1988 freigelegt wurden.

Als 1542 in Hoheneggelsen die Reformation eingeführt wurde, sollte es noch bis 1590 dauern, bis die damals ziemlich verfallene Matthiaskirche wieder instand gesetzt werden konnte.

Die innere Gestaltung spiegelt in ihrer Vielfalt die Baugeschichte der Kirche.

Dabei wurde im 16. Jahrhundert auch die Nordempore mit den Apostelbildern eingebaut, später auch die an der Südseite, die mit Ölgemälden der biblischen, vornehmlich der Leidensgeschichte Jesu geschmückt ist.

Der alte Taufstein wurde 1590 vom Amtmann von Steinbrück, Wendel von Langensalz, gestiftet. Über ihm hängt ein hölzener Kronleuchter, der in seiner Schnitzerei zum Altar passt.

Der Barockaltar wurde 1698 von Meister Andreas Bartels hergestellt. Es handelt sich um einen typisch lutherischer Kanzelaltar, der zum Ausdruck bringt, dass das Wort über dem Sakrament, die Predigt also über dem Abendmahl steht.  Ein größeres Abbild dieses Altars schmückte bis zum Bombenangriff am 22. März 1945 die Hildesheimer Jacobikirche. Um den Altar aufstellen zu können, musste ein Gewölbebogen in die Kirche eingebaut werden.

Die barocke Orgel, 1686 von Heinrich Herbst in Magdeburg gebaut, kaufte die Kirchengemeinde Hoheneggelsen 1934 von der Gemeinde Holle. Sie wurde 2002 gründlich saniert.

Am 13. März 1942 musste die Glocke (1853) der Matthiaskirche zu Kriegszwecken abgegeben werden. Erst am 3. Advent 1951 konnte die aus der Kirche Knuthbühren (bei Göttingen) erworbene Bronzeglocke (1909) wieder neu geweiht werden


In der Matthiaskirche finden den Winter über (Dezember – März) dreimal und in den übrigen Monaten einmal im Monat  um 10 Uhr Gottesdienste statt.

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